Neue Rubrik “Spielzeugsicherheit”

11 Apr
2013
Neue Rubrik "Spielzeugsicherheit"

Wenn man sich wie ich dem Nähen von Baby- und Kindersachen verschrieben hat, steht immer eine große Frage im Raum: Ist mein Spielzeug auch sicher? Denn egal, ob es für das eigene Kind, die Kleinen von Freunden oder sogar für den gewerblichen Gebrauch ist – Spielzeug sollte IMMER sicher sein. Deshalb gibt es auf kullaloo ab jetzt eine neue Kategorie: Spielzeugsicherheit!

Schon als ich vor mittlerweile ein paar Jahren die ersten Schnuffeliere genäht hatte, kam hier und da mal die Frage: Können die Knöpfe nicht abgehen? Ich nähe bei meinen Nähprojekten meine Knöpfe immer mit Zahnseide an, weil die besonders reißfest ist… aber ich hatte natürlich keinen “richtigen” Test zur Reißfestigkeitgemacht. Und dann, als die ersten Anfragen zum Kauf kamen und ich mir dachte, vielleicht könnte ich meine Sachen ab und zu mal auf Dawanda anbieten – da habe ich mich dann etwas intensiver mit der Herstellung von rechtskonformem Spielzeug beschäftig. Und raus kam bei meinen ersten Recherchen: Spielzeug benötigt eine CE-Kennzeichnung, und der Test dafür ist teuer. Also ließ ich es bleiben.

Jetzt, ein paar Jahre und einige genähte Spielzeuge später, habe ich meine Leidenschaft am Schnittmusterentwerfen entdeckt. Und ich möchte diese nun gern verkaufen. Aber auch dabei ist das Thema Spielzeugsicherheit sehr sehr wichtig. Denn wenn ICH das Schnittmuster falsch anlege, z.B. eben mit leicht abzureißenden Knöpfen dran, dann bin im Falle eines Unfalls auch ICH dafür verantwortlich.

Und deshalb habe ich diesmal nicht so leicht aufgegeben wie beim Verkauf der Endprodukte über Dawanda. Ich habe angefangen, mich durch die entsprechenden Richtlinien, Vorschriften und Gesetze zu lesen, die es für die Herstellung von Spielzeug in der EU gibt. Und mittlerweile weiß ich: Es ist nicht unmöglich! Man kann auch als Kleinhersteller Spielzeug im rechtlich vorgegebenen Rahmen anfertigen.

Damit man allerdings solche Produkte herstellen kann, die weder eine gesundheitliche Gefährdung (z.B. durch Schadstoffe im Spielzeug) noch sonstige Sicherheitsrisiken für Kinder darstellen, muss man sich vorher einiges an Wissen aneignen. Es gibt einige relevante Vorschriften und Gesetze, nach denen man den Herstellungsprozess des Spielzeuges ausrichten muss.

Und da ich mir nun einmal die volle Ladung an Gesetzestexten und Bürokratendeutsch gegeben habe, dachte ich mir: Ich packe mein gesammeltes Wissen einfach in eine Beitragsreihe über die Herstellung von sicherem Spielzeug.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Denn ich habe bisher noch kein Spielzeug tatsächlich auch selber getestet. Ich bin zwar gerade dabei, ein paar Schnittmuster zu entwerfen und die Endprodukte will ich dann auch testen – aber aus Erfahrung sprechen kann ich leider noch nicht :(. Es kann also sein, dass ich im Nachhinein noch die ein oder anderen Infos ergänzen werde. Ansonsten freu ich mich auch, wenn ihr über die Kommentare euer Wissen zum Thema Spielzeugsicherheit mit dazu packt! Denn an manchen Stellen bin ich mir nach wie vor nicht sicher, ob ich die Gesetze richtig interpretiert habe (und manchmal bleibt einem echt nur eine Interpretation)…

Wichtig: Da mein Fokus auf der Erstellung von Nähprodukten für Babys und Kinder liegt, haben sich meine Recherchen bzgl. der rechtlichen Vorgaben auch auf diese Art von Spielzeug konzentriert. Im EU-Fachjargon heißt dieses “Spielzeug mit weicher Füllung“. Alle von mir in zukunft zitierten “Basisdokumente” wie beispielweise die EU Richtlinie zur Spielzeugsicherheit beziehen sich allerdings grundsätzlich auf alle Arten von Spielzeug, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen.

Also, los geht’s dann nächsten Donnerstag mit dem ersten Teil zur Spielzeugsicherheit: “Was ist Spielzeug?”

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2 Kommentare

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  1. Marion

    An was man doch alles denken muss, wenn man etwas selber herstellt und verkaufen möchte. Oft wird es den “kleinen” Geschäftsleuten sehr schwer gemacht, wogegen oft die großen Konzerne sämtliche Hintertüren nützen und sich nicht an Richtlinien halten. Wie man jetzt immer mehr in den Medien hört, sind Kindersachen, wie z.B. Wickelauflaugen, voller Giftstoffe. Auf alle Fälle bin ich so begeistert von deiner Seite und freue mich über jeden Artikel, den ich lese.

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